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Hedgefonds

Im Zuge der derzeit grassierenden weltweiten Finanz-, Wirtschafts- und insbesondere Vertrauenskrise sind Hedgefonds massiv in Verruf geraten. Einer verunsicherten Öffentlichkeit, die nach schnellen Antworten auf komplexe Fragen sucht, werden die Hedgefonds als das Gesicht des bösartigen Kapitalismus präsentiert und in populistischer Weise an den Pranger gestellt. Seit der SPD-Politiker Franz Müntefering das Wort der Heuschreckenmentalität, - auffressen und weiter ziehen - geprägt hat, gelten die Fonds zu Unrecht als die Verkörperung einer rücksichtslosen Mentalität der Bereicherung einiger Reicher zu Lasten der ehrlich arbeitenden Allgemeinheit.
Indes ist das von zahlreichen Medien gezeichnete Bild der Hedgefonds fern der Realität: Es handelt sich hierbei in erster Linie um eine legale und moralisch durchaus legitime Form der gewinnorientierten Spekulation an den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten.
Das Wort “Hedgeing” wurde um den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts geprägt. In jener Zeit begann die Globalisierung der Finanzmärkte und Kapitalströme durch die Industrialisierung und die damit stärker werdende Exportorientierung der vormals eher autarken Volkswirtschaften. “Hedge” bedeutet in der englischen Sprach “Hecke” und so bezeichnet der Begriff des Hedgefonds den Versuch, das eingesetzte Kapital zuvorderst abzusperren von den Risiken internationaler Währungs- oder Zinsschwankungen.
Aus diesem Grund operieren Hedgefonds faktisch auf allen Märkten und in allen Ländern. So wird das Risiko, Opfer einer regionalen Krise zu werden, möglichst gering gehalten. Ebenso wird durch die starke Diversifizierung des eingesetzten Geldes in verschiedene Währungen, Aktien oder sonstige Anlageformen die Gefahr eingedämmt, den sich ständig wiederholenden Schwankungen an den verschiedenen Märkten Tribut zollen zu müssen. Professionell geführte Hedgefonds bieten dem Anleger damit eine hohe Sicherheit, das angelegte Kapital vermehren zu können.
Hedgefonds sind an keinerlei Anlagerichtlinien gebunden und haben damit ein gewisses Risiko als Wesensbestandteil, was aber erstaunliche Chancen mit sich führt: Den Anlegern eröffnet sich ein risiges Portfolio von Möglichkeiten zwischen sicheren Renten- und Aktienpapieren bis hin zu so genannten Future-Geschäften, in denen im Grunde genommen auf die Zukunft eines Unternehmens oder gar einer Währung gewettet wird.
Dem Wesen nach ist ein Hedgefonds längerfristig ausgerichtet. Für den Anleger ergeben sich vertraglich vereinbarte Laufzeiten zwischen einigen Monaten und mehreren Jahren. Der Fonds kann dadurch über längere Zeiträume disponieren und somit kurzfristige Schwankungen aussitzen.
Durch diese Möglichkeiten sind Hedgefonds von den hektischen Entwicklungen an der Börse weitgehend abgekoppelt; man spricht von einer geringen Korrelation zu den Aktienmärkten. Gerade in Krisenzeiten wie jetzt ist die Möglichkeit, trotz weltweiter Kurseinbrüche Gewinne zu erzielen, nirgends so groß wie in dieser Form der gebündelten und organisierten Geldanlage. Im Jahr 2008 etwa, das weltweit als ein Krisenjahr in die Geschichte eingehen wird, konnten Hedgefonds teilweise zweistellige Gewinnmargen für die beteilgten Anleger verbuchen.
Grundsätzlich gibt es fünf verschiedene Strategien, nach denen Hedgefonds vorgehen: Die Long Short Equity, die Arbitrage-Geschäfte, die Event Driven Strategie, die Systematic Trend Followers und das Global Macro.
Die Long Short Equity bedeutet, dass der Fonds zu niedrig bewertete Aktien ankauft und sie bei einem besseren Wert wieder abstößt. Die Differenz kann als Gewinn verbucht und an die Teilnehmer ausgeschüttet werden.
Arbitrage-Geschäfte nutzen Preisunterschiede zwischen gleichartigen Waren aus, die oft durch unterschiedliche Besteuerungen in den jeweiligen Herstellerländern auftreten. Diese können dazu führen, dass ein Termingeschäft in New York einige Sekunden später in Deutschland teurer verkauft werden kann.
Die Event Driven Strategie bedient sich der prognostizierbaren Wertschwankungen von Unternehmen, denen eine Fusion oder Übernahme bevorsteht. Weltweit betrachtet sind solche Ereignisse durchaus häufig, so dass ein großer Fonds auf diesem Weg ständig Gewinne machen kann.
Systematic Trend Followers bedeutet, dass das Kapital gezielt in erkennbare Märkte der Zukunft investiert wird, um somit Anteil am absehbaren Aufwärtstrend neuer Branchen zu haben. Umwelttechnologien oder die Gentechnik sind hier unter Berücksichtigung verschiedener nationaler Rahmenbedingungen hervorragende Investitionsmöglichkeiten.
Global Macro schließlich bedeutet etwa “weltweite Volkswirtschaft”. Der Hedgefonds-Manager setzt hier auf die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen einzelner Branchen unter Brücksichtigung der steuerlichen Grundlagen in den einzelnen Ländern. Diese Strategie ist diejenige mit den höchsten Gewinnen, allerdings auch mit der höchsten Volatilität.
Insgesamt ist eine Geldanlage in einem Hedgefonds gerade in Zeiten einer weltweiten Niedrigzins-Politik eine durchaus sinnvolle Möglichkeit der breiteren Streuung des eigenen Vermögensportfolios.


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